HTL Shkodër meets HTL Braunau

Mit ihren 23 SchülerInnen stellt die 2b zwei Fußballteams samt ReservespielerIn , mit ihrem Lernverhalten ist sie manchmal in der Defensive, und so mancher schießt sich damit ein Eigentor , wenn nötig geht die Klasse aber auf Angriff und stürmt zu Höchstleistungen.

Dass jemand seine Mitschüler „foult“ kommt selten vor, aber zu Glück hat bisher immer die gelbe Karte genügt, um alle wieder als Team zu einen.
Mit ihrem dritten Jahr an der Schule hat die Klasse nun auch Halbzeit an unserer Schule.
Grund genug, diesen historischen Moment würdig zu feiern- mit einer Reise nach Österreich.
Diesmal ging es ins kleinstädtische Braunau- an eine HTL mit dem gleichen Schwerpunkt: Informationstechnologie. Dort sollten unsere SchülerInnen auf Jugendliche gleichen Alters treffen und mit ihnen gemeinsam eine Woche verbringen und dabei Einsicht in den österreichischen Schulbetrieb gewinnen sowie ein Stück österreichische Kultur kennen lernen.

Dass dieses Unterfangen mehr Geld kosten würde, als wir zur Verfügung hatten, war uns schnell klar. Der Lionsclub BraunauHonorarkonsul Gjergj Leqejza und Elternvertreter Dr. Astrit Beci, an die wir entsprechende Ansuchen richteten, sagten jeweils rasch und unbürokratisch Unterstützungen zu. Schließlich hat auf Antrag auch das Land OÖnoch eine Förderung zugesagt. Diese Finanzspritzen haben uns bei der Realisierung unserer Pläne sehr geholfen, daher sei an dieser Stelle an alle ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.

Am 22.April war es endlich so weit. Nach 23 ½ Stunden Busfahrt und vier Grenzkontrollen landeten wir wohlbehalten, aber müde, in der Braunauer Jugendherberge. In Braunau selbst hatten wir ein dichtes Programm. Am Montag stand zunächst eine Führung bei B&R, einer Firma für Soft-und Hardwareentwicklung, auf dem Programm, nachher ging die Fahrt nach Salzburg
Und am Dienstag „beschnupperten“ einander die beiden Klassen in der HTL. Zunächst beeindruckten unsere SchülerInnen mit der Vorstellung ihres Landes und ihrer Schule. Abwechslungsreich vermittelten sie einen umfassenden Eindruck von der Geschichte und der Kultur dieses für Österreicher so fremden Landes. Die ca 200 SchülerInnen der HTL Braunau waren begeistert, was sie in stürmischem Applaus bekundeten.

Anschließend ließen wir die beiden Klassen aufeinander los, die HTL-SchülerInnen sollten in Eigenregie ihren KollegInnen ihre Schule und ihren Unterricht zeigen . Nach zwei Stunden trafen wir uns wieder und fanden fröhliche, miteinander plaudernde, lachende junge Menschen vor, die voneinander begeistert waren Die Stadtrallye am Nachmittag, bei der die Jugendlichen in gemischten Kleingruppen unterschiedliche Aufgaben in Braunau lösen und -Interviews durchführen mussten, rundete diesen Tag ab.

Tags darauf stand die Ars Elektronica in Linz auf dem Programm und am Donnerstag München. Dabei gab es viele Gelegenheiten, einander noch besser kennen zu lernen. Auch beim Abschiedsessen am Abend, einem Ritteressen, konnten einige Braunauer SchülerInnen dabei sein und die gemeinsame Zeit Revue passieren lassen. Am Freitag hieß es Abschied nehmen: Um 8Uhr kam es zu teils recht emotionalen Verabschiedungen und Versprechen, miteinander in Kontakt zu bleiben.

Ein Ende dieser Verbindung ist – zumindest vorerst – nicht abzusehen. Die Braunauer Klasse wünscht sich, einen Gegenbesuch in Shkodra absolvieren zu dürfen. Ob dieser Wunsch der Zeit und den Anforderungen, die so ein Projekt erfordert, auch standhalten kann, wird das nächste Schuljahr zeigen. Auf alle Fälle haben all diese jungen Menschen eine jeweils andere Kultur erleben dürfen, die ihnen bis zu dieser Begegnung sehr fremd war.

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